AKK
Arbeitskreis Kultur und Kommunikation
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Tante Inge

Komm zu Tante Inge haben sie gesagt ….
… und nur einen Tag später war ich mit ihrem Bassisten verheiratet, WTF!?

Der Schwarzwald ist nicht nur eine schöne Urlaubsregion, sondern beherbergt auch eine Punkrockband, die in ihrem 23. Jahr ihrer Bandgeschichte ihren vierten Tonträger präsentiert.

Gleich mit den ersten Takten ist man „Willkommen im Punkrockhaus“, was ein starker Song mit Ohrwurmpotential ist. „Schönheit vs. Dummheit“ fängt countrymäßig an, schwenkt aber dann um in leichte Skabeats um und geht textlich eher in den Funkpunkbereich. Mit „Der Herr Bassist“ lausche ich einer Hommage an Ingo, der bei Tante Inge den Viersaiter bedient. Passenderweise wird hier ein Basssolo eingebaut. Zusätzlich zum eigenen Song wird ihm die Ehre zuteil, das CD Cover zu zieren. Etwas melancholisch wird es bei „Diese Straßen“. Es versetzt mich sofort in vergangene Zeiten zurück. Mein persönlicher Favorit ist klar „Alles oder nichts“. Er wirkt durch den starken Refrain, der mit prägnanten Hintergrundgesängen und schönen Gitarrenparts gefüttert wird. Bei „Und ich weine“ werden die Weichen erneut von nachdenklich auf humorvoll gestellt aber die Coutryelemente sind hier nicht ganz mein Fall Das Outro ist eine ruhige Abwandlung des ersten Songs, wird mit Piano begleitet und klingt mit einem Frauenchor aus.

Die Balance zwischen der musikalischen Wirkung und dem Gesang ist gut ausgewogen. Potentiell spricht das Quartett Freunde des melodischen Punkrock an. Gesangstechnisch gelingt es Tante Inge, mehrstimmig stets für einen guten Ton zu sorgen. Für den Sound saß Michael Beckerle vom Rheinstudio Überlingen an den Reglern. Das Label „Wiewaldi“ kümmert sich um Vertrieb der Scheibe.

Fazit: Es gibt eine durchgehend kraftvolle, Stimme von Frontsänger Jente auf die Ohren, der nebenbei noch richtig gut Gitarre spielen kann. Aufgrund seiner musikalischen Qualität und Vielfältigkeit ist „Herzlich Willkommen“ kaum schubladentauglich, es sei denn es steht „Inge-Sound“ drauf. Schade, dass die Band nur 7 Songs auf dem Silberling Platz gefunden haben.

Susi von http://www.lautundwild.de/

Sick of Society:

Nach einem Vierteljahrhundert im PunkRock-Zirkus, nach guten, sowie auch verdammt harten Zeiten ist für das süddeutsche PunkRock Quartett SICK OF SOCIETY der Moment gekommen, um alten Ballast abzustreifen und neue Kapitel in der Bandgeschichte zu schreiben. Als Symbol und Sinnbild für diesen Aufbruch zu neuen Ufern steht das Jubiäumsalbum „Perlen vor die Säue“. Ein Bückenschlag zwischen vergangenen Tagen und neu zu beschreitenden Wegen, auf denen musikalisch, wie auch in textlicher Hinsicht keine Gefangenen gemacht werden. Ohne Kompromisse werden 12 PunkRock-Perlen denen explosiv und unzensiert serviert, die sich in den menschlichen und gesellschaftlichen Güllegruben wie Kapitalismus, Fanatismus, Extremismus, Rassismus, Religion, Politik, Sexismus, etc. suhlen und sich dort zuhause fühlen! „Perlen vor die Säue“ ist das musikalische Mahnmal in Form eines erhobenen Zeigefingers gegen sämtliche Institutionen und Subjekte, die sich der Kant’schen Definition für Anarchie – Gesetz und Freiheit ohne Gewalt – entgegenstellen.

Auf das alle Perlen die richtigen Säue dort treffen, wohin uns deren ignorante Dummheit Tag für Tag Stiche versetzt! Die Zeit wird es zeigen …

SENDESCHLUSS:

Die bayerische Provinz ist geplagt Monotonie und Stammtischparolen. Die ganze bayerische Provinz? Nein! Drei Typen leisten mit ihrer Mischung aus Punk Rock, Hardcore und Rock'n'Roll Widerstand gegen schlechte Unterhaltung, trockene Kehlen und Intoleranz. Zweistimmiger Gesang, knackige Gitarren, saftiger Bass und ein Drummgewitter das Nasenbeine zerbersten lässt - Garniert mit einer Prise Wortwitz und Humor.

Gezeichnet:
Die vollbärtige Ehefrau aus dem AKK-Büro