AKK
Arbeitskreis Kultur und Kommunikation
Paulckeplatz 1 - 76131 Karlsruhe - Universität Karlsruhe

Vorwort

Grauer Himmel, kalter Regen und beißender Wind schaffen sich Räume in der Stadt: Unabgesprochen mit der Stadplanung und ganz zu schweigen vom Stadtmarketing. Über Baden lache die Sonne, so sagt man. Doch was sind solche Sprüche wert, wenn das Wetter nagt, Ersties bald schon desillusioniert über den Campus streifen und die Preise für das Semesterticket schon wieder gestiegen sind? Nichts! Aber das wären sie auch unter positiveren Umständen. Was wir damit sagen wollen? Nicht so viel, wie man denken mag, aber eine kleine Vorbereitung auf dieses unbestimmte Unwohlsein von Herbst und Winter, um dann aber doch noch thematisch den Bogen zu unseren schillernden Schlonzen, Tanzkursen, Angeboten und Großveranstaltungen zu schlagen, sollte es schon biete. Ein bisschen Bewandtnis hat es auch mit dem Verhältnis von Vergangenheit und Gegenwart sowie zwischen Gegenwart und Zukunft zu tun.

So strahlt die Bühnenbeleuchtung des 40-Jahre-AKK Sommerfestes immer noch wie ein ganzes Sternbild in unseren Augen, erfüllen Erinnerungen an ausgelassene Schlonze der Festwoche unsere Herzen, vergewissern Bilder von euch, Helfern und Gästen, Großes geschaffen zu haben. Danke dafür an jede helfende Hand: Intern, extern, ob sie viel oder wenig beigetragen hat. Klopft eurer Hand jetzt bitte einmal auf die Schulter! Und jetzt zur Gegenwart: Herbst, Winter und so weiter und der furchtbare, schleichende Eindruck, dass die Vergangenheit nun Vergangenheit ist. Der Kater nach dem Fest, sich finden, neu planen, zurück zur 'Normalität'. Doch so wenig glamourös das klingt wurde das letzte Wort des vorigen Satzes nicht umsonst in Anführungszeichen gesetzt. Denn im AKK glänzt nicht nur die ehrenamtlich betriebene Theke unseres Cafés, sondern jede Woche aufs Neue verschiedenste kreative Abende, organisiert von verschiedensten kreativen Köpfen, während, aktuell noch nicht in der Halle, Tanzpärchen in unseren Traditions-Tanzkursen über den Boden gleiten. Und da sind unsere Kulturschlachtschiffe Generator-Festival und Headbagers' Rites, die zusammen das Herbstfest bilden (Seite xxxxx) oder die Zappelphillipconvention Schalldruck für Sound-Art um die 180bpm noch gar nicht erwähnt. An dieser Stelle würden wir nun weiter auf unser Angebot an öffentlich zugänglicher Infrastruktur verweisen, wäre jenes nicht noch aufgrund von Baumaßnahmen etwas verwaist.

Diese Baumaßnahmen betreffen uns aber nicht nur in negativem Sinne. In freudiger Erwartung sehen wir etwa der baldigen Freigabe des neuen Tanzparketts unserer Halle entgegen, sowie auch grundsätzlich der Rückkehr unserer restlichen Infrastruktur: Größer und besser, als ihr sie je vom AKK erwartet hättet. Doch bis es dazu kommt entlassen wir euch in das restliche Heft und einem Schwenk in die Vergangenheit der Leiden unseres Tanzkurses:

AKK-„La Ola”-Parkett – ein tänzerischer Rückblick

Hier stehe ich nun – das erste Mal auf dem neuen Parkett im alten Stadion. Barfuß – die erste Schramme muss ja nicht von mir stammen. Fühlt sich gut an – vertraut und doch neu.

Vor knapp 20 Jahren stand ich schon einmal an derselben Stelle – in Tanzschuhen – und habe dem Parkett keine große Bedeutung beigemessen. Warum auch? Ein glattes Parkett war für mich eine Selbstverständlichkeit. Die ersten zehn Jahre war es auch so und die Halle wurde intensiv für Tanzkurs, Übungstanzen, „freies Tanzen”, verschiedene weitere Sportveranstaltungen und Feste genutzt. Kleine Verschleißerscheinungen blieben nicht aus – aber die Halle war durchgehend nutzbar. Durchgehend – bis im November 2008 eine Mail die erste Sperrung der Halle wegen einer 10 cm hohen Bodenwelle verkündete. Die Halle war nur für zwei Tage gesperrt, aber das war nur der Anfang.

Jährlich, wenn die Luftfeuchtigkeit zu hoch wurde, tauchte die Bodenwelle erneut auf. Manchmal konnten wir sonntags beim Übungstanzen zuschauen wie die Welle innerhalb einer Stunde „wuchs”. Übungstanzen und Tanzkurs mussten kurzfristig abgesagt oder verlegt, oder der verfügbare Platz auf der Tanzfläche eingeschränkt werden.

Der erste Reparaturversuch – Leisten am Rand zu entfernen – hatte zur Folge, dass die Welle zwar erst einmal verschwand. Nachdem die Luftfeuchtigkeit im Winter aber noch weiter gesunken war, bilden sich Spalten im Parkett, so dass die Absätze mancher Tänzerinnen im Boden zu versinken drohten. Die Begeisterung der Betroffenen hielt sich in Grenzen und ein halbes Jahr später trat die Welle wieder auf. Auch der Versuch, die Parkettleisten mit Schrauben zu fixieren war nicht von Erfolg gekrönt – das verschob nur die Position der Welle. Hm? Habe ich gerade Parkett und Schrauben im gleichen Kontext genannt? Der jüngste Bug-Fix waren dann zwei Metallleisten, die das Parkett in drei Bereiche teilten. Die Welle trat jetzt nicht mehr so massiv auf, aber fortan wurde der Boden an manchen Stellen nur noch von Gaffer-Tape zusammengehalten.

Wie gesagt: Hier stehe ich nun – barfuß – und freue mich auf die Freigabe der Halle und den ersten Wiener Walzer auf dem neuen, glänzenden, glatten Parkett – dann mit Tanzschuhen.

Markus Bader

[Tanzkurswelle] [Tanzkurswelle]